Die Ayurvedische Küche ist eine sehr alte Weisheitstradition,  die Nahrung als Heilmittel oder zur Gesunderhaltung des Menschen einsetzt.  Ihr liegt die Lehre vom richtigen Maß zugrunde und geht von den überall vorhandenen fünf Elementen Feuer,  Erde,  Wasser,  Luft und Äther aus die in Beziehung zueinander stehen und die wiederum drei Gruppen – die sog. Doshas – bilden.  Diese haben unterschiedliche Eigenschaften und Dynamiken,  sowohl für unseren Organismus als auch in unseren Lebensphasen und den Jahres- und Tageszeiten.

Besonders wichtig im Ayurveda ist die Verdauung,  denn ist die Grundlage für ein funktionierendes Immunsystemen und ein energiereiches Leben.  Das Verdauungsfeuer,  wie es das Ayurveda nennt,  ist nun nicht den ganzen Tag über gleich stark.  Morgens ist es träge,  mittags voller Kraft und abends müde. Deshalb:

Morgens: kann leicht Verdauliches gegessen werden und das ist im Ayurveda immer warm und gekocht.  Man geht davon aus,  dass rohes Obst und Getreide  plus kalte Milchprodukte (unser Müsli) für den Darm schwer zu verdauen ist und enorm viel Energie zur Verstoffwechslung braucht.

Mittags:  kann gut und viel gegessen werden,  wobei Gemüse immer gedünstet oder gebraten und mit vielen Gewürzen,  gekochtem Getreide und Hülsenfrüchte in Form von sog. Dhals, gegessen wird.

Abends:  stellt unsere Verdauung relativ früh ihre Arbeit ein,  deshalb soll man zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen gehen nichts mehr essen und wenn doch, dann  nur eine Gemüsesuppe oder ein leichtes Gemüsegericht.

Ich finde diese Gesichtspunkte insofern interessant, da wir Menschen tatsächlich oft nicht in der Balance sind.  Mal sind wir innerlich wie äußerlich überhitzt,  mal frieren wir,  sind müde und unkonzentriert.  Hier kann  mit  Ayurvedischer Küche gegengesteuert werden.   Es wird gewürzt mit Kurkuma,  Kreuzkümmel,  Koriander, Zimt,  Kardamom und frischen Kräutern. Für Süßspeisen ist auch Sahne und Milch erlaubt,  denn sie wirken aus ayurvedischer Sicht stärkend und beruhigend.  Als Fettquelle wird Ghee hergestellt,  das aus ausgekochter Butter besteht und sehr hoch erhitzbar ist ohne negative Transfettsäuren zu bilden.  Ayurvedisches Essen überzeugt auch Menschen mit herkömmlichen Essgewohnheiten,  denn es kombiniert die sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen in süß-scharfen Chutneys,  gewürztem Basmatireis,  pikant und abwechslungsreich zubereitetem Gemüse, verschiedenen Dals,  erfrischenden Lassis  (Joghurtgetränke) und fruchtigen Desserts.

Beispiele für Inhalte eines Kochkurses:

Ayurvedische Frühstücksvarianten:  warmer Dinkelbrei mit Zimt,  Kardamom,  Muskatnuss,  Vanille und saisonalem Obst /  Hafer-Sahne-Porridge /   Ayurvedisches Früchtebrot

Starter:  Lassi aus Joghurt,  Orangensaft,  Vanille und Kardamom

Vorspeise:  Datteln mit Frischkäse auf Trauben-Rucola-Salat /  Dattel-Pinienkern-Bällchen mit Mozzarella und Pesto

Suppe:  Avocado-Mais-Cremesuppe/  Rote-Beete-Suppe

Hauptspeise:  Buchweizen Risotto mit Pilzen,  gebratenes Gemüse,  Kürbis-Apfel-Chutney mit frischer Minze/  Pakoras mit  Mung Dhal und lauwarmem Nudelsalat mit Birne, Wirsing, Erdnüssen und Zitronen-Sesam-Dressing

Nachspeise:  Honigmelonensalat / Dattel-Vanillecreme / Dattel-Orangen-Salat